Der Niederbarnimer Kulturbund Bernau e. V.
Niederbarnimer Kulturbund Bernau e. V.
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Das war 2012

Hin zur Geschichte und Kultur

Ziele unserer Exkursionen 2012 waren:

Mühlhausen – nicht nur auf den Spuren Th. Münzers

Eingebettet in die fruchtbare Talaue der Unstrut, zwischen den Höhen des Nationalparks Hainich und dem Eichsfeld wurde Mühlhausen zum Hauptort der Region. Bereits im 8. Jahrhundert brachten die Franken mit der Wassermühle auch den Ortsnamen Mühlhausen. In einer Urkunde Otto II. wird Mühlhausen erstmals als Königspfalz erwähnt. Die spätere Blüte der Stadt beruhte auf der Tuchweberei, dem Waldanbau und dem Fernhandel. Bis heute prägen die in dieser Zeit entstandenen Bauwerke, wie das Rathaus, die nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer, die elf erhaltenen mittelalterlichen Kirchen und die Bürgerhäuser das Antlitz der Stadt. Alles das begeisterte uns bei unserem Stadtrundgang. Nach dem schmackhaften Mittagessen im Brauhaus zum Löwen erlebten wir ein Orgelkonzert in der Kirche Divi Blasi, in der Johann Sebastian Bach Organist war, auf der Bachorgel, die nach seiner Disposition vom Jahr 1708 im Jahr 1959 erbaut wurde. Obwohl die Bürgeropposition und die radikal- reformatorischen Gedanken Thomas Müntzers Mühlhausen von 1523 bis 1525 zum Zentrum der Reformation und des Bauernkrieges machten, besuchten wir zum Abschluss des Tages das Panorama Museum über der Stadt Bad Frankenhausen mit dem Panoramabild des Leipziger Malers Werner Tübke, dass seinen Platz an diesem Ort fand, da 1525 hier die entscheidende Schlacht des Deutschen Bauernkrieges stattfand.

"Witajce k nam!" - Herzlich Willkommen in der Oberlausitz!

Vielfältige Kultur, jahrhundertealte Geschichte, reizvolle Landschaften erwarteten uns hier. Inmitten dieser Region liegt das Dorf Obercunnersdorf. Nicht nur wegen seiner denkmalgeschützten Umgebindehäuser lohnte es sich, es zu besuchen - es gab noch viel mehr zu sehen. Auch der kleinen Stadt Herrnhut statteten wir einen Besuch ab.

Was wollten wir in

Thüringen

- das kennt man doch! Aber wissen Sie, was Olitäten sind oder wie das feine figürliche Sitzendorfer Porzellan entsteht? Sind Sie schon einmal mit der Lichtetalbahn gefahren? Wir lernten den Liebesbriefboten von Rudolstadt kennen und saßen auf den Stühlen, wo bereits Goethe und Frau von Stein Theater erlebten.

Chemnitz - "Rußchamntz"

- wie es die Einheimischen nannten, hat sich vom sächsichen Manchester zur Stadt der Moderne entwickelt, wovon wir vieles bei unserer Stadtrundfahrt kennenlernten. Als Kontrapunkt erwartete uns das Zschopautal mit seiner reizvollen Talsperre und der trutzigen Burg Kriebstein.

Auf der Straße der Romanik kommt man in

das salzige Land.

Schönebeck an der Elbe präsentierte sich als charmante Salz- und Kurstadt. Der Stadtteil Bad Salzelmen mit seinem Gradierwerk und dem 32 m hohen Soleturm bilden gemeinsam mit dem Schausiedehaus den "Kunsthof Bad Salzelmen", der auch Sie beeindruckte.

Zum Abschluss des Reisejahres (02. Dezember) kam das Zauberhafteste -

Leipzig - besonders attraktiv zur Weihnachtszeit

Bei einer Stadtrundfahrt mit unserem Bus lernten wir zuerst die Highlights außerhalb der Innenstadt kennen. Danach ging es in die verzauberte Innenstadt. Schon 1458 bauten die Händler ihre weihnachtlich geschmückten Stände hier auf. Mit mehr als 250 Ständen an verschiedenen Plätzen der Innenstadt ist der Leipziger Weihnachtsmarkt nicht nur einer der größten, sondern auch einer der schönsten in Deutschland.

Unterhaltsames zur Kaffeezeit

"Märchen und Mythen von der Grünen Insel"

Barbara Höllfritsch erzählte im Januar aus der keltischen Sagenwelt, dabei wurde sie von Dagmar Flemming auf der Keltischen Harfe begleitet. Mit der von der großen Erzählerin Felicitas Betz geprägten Erzählkunst erschloss Barbara Höllfritsch über die sprachliche Erarbeitung der Texte den Gehalt der Märchen so, dass bei den Zuhörern die Phantasiekräfte angeregt und die Formung innerer Bilder gefördert wurden. Die bekannte Harfinistin Dagmar Flemming durften wir schon oft bei uns erleben. Sie ist Mitglied und Gast mehrerer Orchester, in denen sie vorwiegend als Solistin auftritt und spielt Kammermusik mit Gesang, Flöte, Streicher, Klavier und Orgel. Darüber hinaus gilt ihre besondere Liebe dem Reichtum der keltischen Musik, die sie uns an diesem Nachmittag auf der Keltischen Harfe präsentierte.

"Sing ein Lied, wenn Du mal traurig bist" 

Da die Chansonette Jana Karin Adam erkrankt war, gab es eine kurzfristige Programmänderung. Der Tenor und Pianist Frans Promnitz von Promnitzau präsentierte uns dieses Programm im Februar.

"Den allerschönsten Apfel brach ich..."

- Literarisch- musikalisches Apfelprogramm

 

 

Rund um Apfel - Legenden und - Mythen ging es in diesem kurzweiligen Programm im März, ausgewählt und gelesen von Antje und Martin Schneider musikalisch kommentiert von Angela Stoll, Klavier

 

"Es muss ein Wunderbares sein..."

  • Lieder & Balladen nach Goethe, Rückert, Freiligrath, Bürger u. a.

Zum 200. Geburtstag von Franz Liszt entstand dieser außergewöhnliche Lieder- und Balladennachmittag, der in seiner Gestaltung recht ungewöhnlich und so wohl nur selten zu hören ist. Der deutsche Bass-Bariton Marek Kalbus mit seiner voluminösen, warm timbrierten Stimme und der Pianist Thorsten Schmid- Kapfenburg begeisterten Sie mit diesem Programm im April. Bereits im Jahr 2002 - noch während seiner Studienzeit wurde Marek Kalbus Preisträger des internationalen Belvedere- Gesangswettbewerbs in Wien. Nach Engagements in Berlin, Hamburg, Bamberg und Cottbus begann seine internationale Karriere am Teatro Carlo Felice in Genua. Danach folgten viele Auftritte u. a. in Mailand, Monza, Padua, Poznan und Prag. Thorsten Schmid- Kapfenburg ist nicht nur als Pianist, sondern auch als Dirigent und Komponist international bekannt. Gastspiele führten ihn u. a. nach Wien, Shanghai, Graz, Basel, Zürich und Gran Canaria. Seit 2004 ist er Kapellmeister am Opernhaus in Münster und Chefdirigent der Alten Phhilharmonie Münster.

"Faszination Dichtung und Musik - Es tönen die Lieder..."

Sie erlebten zu Beginn des Monats Mai ein Konzert mit deutschen und österreichischen Volksliedern auch in klassischer Vertonung! Das Rosenau - Trio aus Baden Baden mit Helga Winkler - Becker, Klavier; Joachim Herrmann, Sprecher und Holger Bornschier, Bariton ist ein Ensemble, das Ihnen mit diesem Programm einen Nachmittag voller Unterhaltung und Abwechslung bot.

"Sibirien - Baikal & Altai"

Acht Wochen reisten Nina und Thomas W. Mücke mit ihren Töchtern, Wohnmobil, Schlauchboot und Geländemaschine 20.000 km durch Sibirien. Das Ergebnis zeigten sie Ihnen im Juni in ihrer neuen Dia - Ton - Show -

  • Jekatarinenburg - Endstation des letzten Zaren;
  • Millionenstadt Omsk und die Wiedergeburt der Kosaken;
  • Novosibirsk - hier steht der größte Bahnhof sowie das größte Opernhaus Eurasiens;
  • Altai - in diesem Paradies der Taiga ist die Natur einfach überwältigend;
  • Irkutsk - das Paris Sibiriens;
  • Ein kleines Stück mit der Transsibirischen Eisenbahn;
  • Die Mystik des Baikals übersteigt alle Erwartungen.

Dies und noch viel mehr erlebten Sie in der herrlichen Dia - Ton - Show, in der Sie natürlich auch das berühmte Baikallied gesungen von Thomas W. Mücke hörten.

"Faszination Neuseeland"

Sie ließen sich im September in Bild und Ton von Iris und Rüdiger Fritzsche, Freiberg nach Neuseeland entführen, dem wohl schönsten Ende der Welt. Hier erwarteten Sie eine unberührte Natur, fantastische Landschaften sowie eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Ihnen begegneten freundliche, aufgeschlossene Menschen und Sie konnten die Handwerkskunst und Kultur der Maoris kennenlernen.

Ein halbrunder, dreibeiniger Tisch, darauf ein Stapel Bücher, Zettel, ein paar Requisiten, ein Hocker, zwei Gitarren, ein Mandoloncello und eine Mandoline bildeten die Kulisse für dieses besondere musikalisch- literarische Programm im Oktober. In

"Zunderholz & Funken"

näherte sich der Sänger, Gitarrist und Autor Jörg KO Kokott behutsam dem Werk des Ehepaars Eva und Erwin Strittmatter. Der durch seine Mitwirkung in der Folklegende "Wacholder" zuletzt jedoch auch durch seinen Heinrich-Heine- Abend bekannte Kokott hat ausgewählte Gedichte von Eva Strittmatter in Musik gekleidet und setzte sie neben Prosatexte und Auszüge aus den 2012 im Aufbau- Verlag veröffentlichten Tagebüchern von Erwin Strittmatter. Er suchte so die unsichtbaren Fäden aufzuspüren, die womöglich von einzelnen Tagebuchnotizen zu Gedichten oder Briefgedanken führen und umgekehrt. Woraus entsteht Zunderholz und was sorgt für die Funken? In der Regie von Daniel Minetti ist ein berührender Nachmittag entstanden, der die Möglichkeit gab, neben dem außergewöhnlichen Sänger und vorzüglichen Saitenspieler auch den Mimen Kokott auf die Bühne zu bitten.

"Von Prinzen und Forellen"

Prinz Louis Ferdinand war eine der berühmtesten Personlichkeiten seiner Zeit. 1798 trat er in den Militärdienst ein und zeichnete sich durch Edelmut und Tapferkeit aus. Er war künstlerisch begabt und machte als hervorragender Pianist auf sich aufmerksam. Er war mit Beethoven befreundet, der seine pianistischen und kompositorischen Fähigkeiten schätzte. Prinz Louis Ferdinand komponierte vorallem virtuose Klavierkammermusik. Sein Klavierquartett beeindruckt auch heute noch durch melodische Einfälle, Klangschönheit und Virtuosität sowie durch seine gedankliche Tiefe und Ernsthaftigkeit. Sie hörten im November sein Quartett f-moll für Klavier, Violine, Viola und Violoncello gespielt vom Rossini - Quartett Magdeburg und dem Pianisten Hermann Müller. Im zweiten Teil des Konzerts erklang eines der berühmtesten Werke für Klavierkammermusik: das "Forellenquintett" von Franz Schubert.

Mit dem Programm

"Zur Weihnachtszeit"

erlebten Sie den Schauspieler Harald Arnold, der Ihnen mit Geschichten und Gedichten aus Vergangenheit und Gegenwart gemeinsam mit Marc Spieß am Klavier einen besonderen vorweihnachtlichen Nachmittag bereitete.

Klassik populär

"Streichquartette von Ludwig van Beethoven"

Zum Auftakt unserer beliebten Konzertreihe im April erklangen diese Quartette des berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven, der in einem Brief an seinen Jugendfreund Friedrich Georg Wegeler vom Juni 1800 seine Situation so charakterisierte: "Meine Compositionen tragen mir viel ein, und ich kann sagen, daß ich mehr Bestellungen habe, als fast möglich ist, daß ich befriedigen kann. Auch habe ich auf jede Sache sechs, sieben Verleger und noch mehr, wenn ich mir es angelegen sein lassen will: man accordiert nicht mehr mit mir, ich fordere und man zahlt", für Sie. Sie hörten die Musik meisterhaft gespielt vom Streichquartett der Komischen Oper Berlin mit Konrad Other, Violine; Doris Batka, Violine; Claudia Börner, Viola; Hans-Joachim Scheitzbach, Violoncello, Moderation

"Heinzelmännchens Wachtparade"

Unser jährliches Hofkonzert im Juni war dieses Mal der heiteren Musik gewidmet. Zum sommerlichen Konzert, das in bewährter Weise von Hans- Joachim Scheitzbach moderiert wurde, luden wir Sie sehr herzlich ein. Es spielten für Sie Lothar Weltzien, Violine; André Witzmann, Violine; Matthias Wagner, Violoncello; Hans- Joachim Scheitzbach, dieses Mal am Elektroklavier.

Mit dem Programm

"Mein Cello und ich"

erlebten Sie im Oktober den Kammervirtuosen Hans- Joachim Scheitzbach. Er musizierte an diesem Nachmittag nicht nur, sondern führte Sie plaudernder Weise durch Stationen seines Lebens, sprach für jedermann verständlich über die Stücke, die er spielte und begeisterte damit auch die, die zuvor meinten, keinen Bezug zur Musik zu haben. Sie hörten u. a. Musik von Johann- Sebastian Bach, Luigi Boccherini und Max Reger. Nicht nur unsere Stammbesucher, sondern auch ihre Freunde und Bekannten waren herzlich eingeladen, den Kunstpreisträger und Träger des Heinrich von Kleist - Kunstpreises "ganz privat" kennenzulernen.

Weihnachtliches Konzert im Kerzenschein

Auch in diesem Jahr waren Sie am 2. Advent in die weihnachtlich geschmückte Stadthalle eingeladen. Mit Gesang, Oboe, Violoncello und Klavier wurden Sie unter bewährter Leitung und Moderation von Hans- Joachim Scheitzbach in die richtige Weihnachtsstimmung versetzt. Beim Schein vieler Kerzen hörten Sie, von den Künstlern meisterhaft vorgetragen, Werke von Bach, Brahms, Beethoven, Reger u. a. sowie weihnachtliche Lieder aus dem 17./18. Jahrhundert.

Blickpunkt Europa

Wir freuten uns sehr, dass wir Ihnen nach vielen Bemühungen im Januar 2012 unser Nachbarland und eines der bedeutendsten in der Europäischen Union

die Republik Frankreich

vorstellen konnten. Als Gast durften wir Jean-Paul Guihaumé, Presseattaché bei uns begrüßen. Nach seinem einführenden Vortrag über Geschichte, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur seines Landes beantwortete er auch gern Ihre Fragen. Alte und neue französische Chansons wurden uns von Isabell Neuenfeldt zum Abschluss dieses interessanten französischen Abends zu Gehör gebracht.

Mit Freude konnten wir Ihnen im September mitteilen, dass auch die Botschaft des zweitkleinsten Mitgliedsstaates der Europäischen Union

das Großherzogtum Luxemburg

sich bereit erklärt hat, uns bei der Gestaltung dieser Veranstaltungsreihe zu unterstützen. Jean- Louis Thill, Botschaftsrat, stellvertretender Botschaftsleiter berichtete uns über Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur seines interessanten Landes und beantwortete auch gern Ihre weitergehenden Fragen. Den kulturellen Teil des Abends gestaltete der Luxemburger Schriftsteller Pol Sax, der in Berlin lebt, mit Lesestellen aus seinem Buch "U5".

Ohne Theater ins Theater

Mit unseren Theaterfahrten ermöglichen wir auch Bürgern ohne Auto aus Tempelfelde, Schönfeld, Grüntal, Biesenthal, Rüdnitz, Bernau, Wandlitz, Schönow, Zepernick und Schwanebeck an besonderen Theater- und Konzertereignissen teilzunehmen.

Auf Ihren vielfachen Wunsch besuchten wir im März wieder einmal das

Theater am Rand in Zollbrücke

Eine Aufführung in diesem urigen Theater ist immer etwas Besonderes. So war es auch mit dem Schneefrühling. Martin und Thomas Rühmann sangen und sprachen Strittmatter, Gundermann u.a. Zwei Brüder - Der eine ist Schauspieler, der andere Clown. Beide sind aufgewachsen in einer Magdeburger Großfamilie. Thomas Rühmann entdeckt verwandte Texte von Erwin Strittmatter, Martin Rühmann erfindet Lieder für große und kleine Leute. Beide lieben die sanften, radikalökologischen Songs von Gerhard Gundermann. Grund genug für beide, sich zu weilen, ganz privat, ohne Kostümierung, auf der Bühne zu treffen.

Wie in jedem Jahr luden wir alle Musik- und Naturfreunde im Juni wieder zur

"Operngala" nach Rheinsberg

ein. Solisten der Opernaufführungen dieses Festivals begeisterten Sie mit beliebten Duetten und Arien der Opernliteratur. Die jungen Stimmen und der Orchesterklang vereinten sich mit dem zauberhaften Ambiente des Schlosshofes zu einem vollendeten Kunstgenuss.

In der Vorweihnachtszeit luden wir Sie zu einem ganz besonderen Erlebnis ins

Theater am Rand in Zollbrücke

ein. Dieses Mal erlebten Sie das musikalische Märchen

"Eisfee und Frostfiedler"

Die Schauspielerin Bärbel Röhl, der Countertenor Harald Meiers und die Musiker der Capela Odra erzählten und sangen - inspiriert von Hans Christian Andersens berühmten Märchen "Die Schneekönigin" - von der abenteuerlichen Suche Gerdas nach ihrem Freund Kai und davon, wie es ihr gelingt, das Eis in seinem Herzen zu schmelzen.

Rendezvous im Denkmal/ Kulturbun(d)te Ausflüge

"Berlin auf der Zunge..."

... haben die Entertainer Stefanie Simon und Donato Plögert von Hause aus, da sie beide mit echtem Spreewasser getauft wurden. Bei den verschiedensten Anlässen begegneten sie sich seit fast zehn Jahren, wo sie hinter der Bühne zusammen lachten, klönten und natürlich lästerten - nur gemeinsam aufgetreten sind sie noch nie! Das soll sich jetzt - frei nach dem Motto "Warum soll er nicht mit ihr?" - ändern! Und das natürlich nicht nur mit Herz und Schnauze, sondern auch mit Musike! Hierbei spanntesich der Bogen von Stefanie Simons Interpretation von Claire Waldoffs Gassenhauern und Couplets bis hin zu Donato Plögerts Chansons und Moritaten über die heutigen Hauptstadtbewohner mit all ihren Träumen und Macken. Tempramentvoll und einfühlsam wurden die beiden begleitet von Manuel de la Rosa am Klavier im Januar in der Fachwerkkirche Tuchen.

"Grundlos vergnügt"

- Chansons - Couplets - Texte aus den 20er Jahren

Sabra Lopez, Mezzospran und Jarkko Riihimäki, Klavier präsentierten im Februar in der Fachwerkkirche Tuchen ein Programm zum Schmunzeln und Nachdenken, ein Programm in rasantem Tempo und genüsslichem Verweilen, ein Programm, das Rätsel aufgab, aber auch Lösungen anbot - ein Programm für hier und heute.

"Mutti ist die Allerbestie"- Kabarett

Bei der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein. Spätestens seit der Kelly- Family wissen wir das alle, trotzdem lassen sich die Menschen immer wieder leichtfertig in die gruseligsten Familien hinein gebären. Da kann das Wort "Familienbande" ganz schnell einen anderen Beigeschmack bekommen. Nachdem sich die Psychoanalyse und Frau von der Leyen an der Familie abgearbeitet haben, bemächtigen sich Michael Rantz und Edgar May in ihrem nunmehr achten gemeinsamen Programm dieses Themas. Dabei bleiben ihre Betrachtungen natürlich nicht lange im engsten Familienkreis... Die liebe Verwandschaft lauert überall. Neben eigenen Werken der beiden hörten Sie im März wegen der Jahreszeit im Gemeindezentrum Beiersdorf auch Texte von Karina Heitzer, Tobias Saalfeld, Gerd Weismann u. a. Ohne Atempause beleuchteten sie ein Familientreffen, die Westverwandtschaft, Omas Keksdose und andere Familiengeschichten und -katastrophen.

"Moritaten - Küchenlieder von Liebe, Mord und Totschlag"

Die Schauspielerinnen Silke Jensen & Vera Kreyer wurden im April in der Fachwerkkirche Tuchen nicht nur am Klavier und Akkordeon von Simon Anke unterstützt. In ihrem Programm sangen, schnurrten, jauchzten und jodelten sie uns Moritaten und Küchenlieder. Diese sentimentalen Lieder von Sehnsucht, Liebe und Schmerz, die oft mit dem Tod enden, hinterlassen beim Publikum nicht selten einen wohligen Schauer. Zu den Küchenliedern wie z. B. "Lieschen ging im Wald spazieren" oder "Die gar schröckliche Moritat vom Ritter Hadubrand" gehörte unbedingt auch das "Sabinchen", welches ein tugendhaftes Frauenzimmer war... Das Ganze wurde von den zwei Mägdulein mit Tipps aus dem "Handbuch für die vorbildliche Hausfrau" verfeinert, um den Zuschauer auf den frisch gescheuerten Fußboden der Realität zurückzubringen. Es durfte geweint werden.

"hungaria speedfolk"

hieß das Programm der Transsylvanians mit dem in diesem Juli das Dorffest in Beiersdorf eröffnet wurde.Leidenschaftlich spielten die fünf Musiker mit Geige, Kontrabass, Gitarre, Akkordeon und Schlagzeug traditionelle ungarische Musik. Die temperamentvolle Mischung machte die Band auf unzähligen Konzerten in ganz Europa zum Live- Musikerlebnis. Jeder sieht der dynamischen Gruppe an, dass es ihr Spass macht, das bunt gemischte Publikum zu begeistern. Mitreißend und kraftvoll brechen sie das Eis zwischen Bühne und Zuschauerraum.

"Der Löw' ist los"

- szenischer und musikalischer Tucholsky- Nachmittag

im Juli in der Dorfkirche Prenden: Kurt Tucholsky ist brandaktuell, wobei er nicht nur anklagt, sondern die Menschen auch anregt umzudenken. In mitunter gewagten Ausführungen stellten die beiden aus München angereisten Künstler Jürgen Wegscheider, Schauspieler und István Galus, Gitarre auf teils abstrakten Wegen zugleich denkwürdige und kritische Vergleiche zu unserer heutigen Gesellschaft an.

Musik ohne Grenzen

Die jungen Künstler des Kulturvereins Moldova e. V. begeisterten Sie ebenso, wie in den vergangenen Jahren im Treff 23 mit diesem Programm in der Fachwerkkirche Tuchen, das Werke von bekannten klassischen Komponisten, Operettenmusik, Musicals, geistliche Musik, russische, jüdische, moldauische und internationale Lieder beinhaltet. Sie sahen und hörten im September Svetlana Ionica, Klavier; Lilia Pentea, Mandoline, Cobza; Konstantin Paweljuk, Saxophon, Gesamtleitung; Anna Ivanitkaia, Tanz; Darja Mejevaia, Tanz; Irina Grecu, Querflöte, Gesang; Cristina Mindrean, Sopran; Tatjana Dulghier, Sopran und Vitali Pamohov, Moderation.

"Ich mach mich frei" - Feurige Kabarettistin zieht blank

Andrea Kulka, Kabarettistin präsentierte im Oktober ein selbstironisches Programm in einer temporeichen Mischung aus urkomischen Songs, Steptanzeinlagen, Stand- up - Comedy und Texten mit politischem Anspruch. Schauspielerisch gekonnt schlüpfte die Kabarettistin in unterschiedliche Rollen. Als Mann musste sie sich das Eheleben schön saufen, denn Mausi entwickelte unglaubliche Kräfte beim Festhalten der Fernbedienung und dem Aufsetzen von Scheidungsgesichtern. Die lebenslustige Rentnerin möchte sich beim Arzt frei machen und angefasst werden! Sie wendet sich gegen Alters- Abschreibung, denn total "ab tu dät" surft sie nicht nur im Internet und..., und..., und... Das Publikum in der Fachwerkkirche Tuchen wurde dank der Improvisationsgabe und Schlagfertigkeit der Kabarettistin immer wieder direkt angesprochen und die kaum zu kontrollierenden Kräfte der Akteurin setzten die Lachmuskeln in Bewegung. Das ganze wurde natürlich musikalisch gekonnt begleitet.

"Sibirien - Baikal & Altai"

Acht Wochen reisten Nina und Thomas W. Mücke mit ihren Töchtern, Wohnmobil, Abenteuerschlauchboot und Geländemaschine zwanzigtausend Kilometer durch Sibirien. Das Ergebnis zeigten sie uns nach der erfolgreichen Premiere im Treff 23 in ihrer Dia- Ton- Show nochmals im November in der Fachwerkkirche Tuchen.

"Zwei Engel auf Erden"

stimmten Sie ein auf das schönste Fest des Jahres. Sie wanderten mit den Sopranitas - das sind:

  • Dita- Katrin Luft &
  • Anita Weltzin

musikalisch durch den weißen Winterwald fernab vom Streß der Weihnachstvorbereitungen. Heitere weihnachtliche Plaudereien verkürzten Ihnen die Zeit bis die Lichter am Weihnachtsbaum erstrahlten.

Zwei

"Kulturbun(d)te Ausflüge"

brachten uns der Natur - Geschichte - Kultur in unserer unmittelbaren Umgebung näher.

Unser erster Kulturbun(d)ter Ausflug brachte uns in diesem Jahr bereits am Karfreitag getreu unserem Motto der Natur - Geschichte - Theater des Unteren Odertals näher. Unsere Führung durch die umfangreiche Ausstellung im Nationalparkhaus "Unteres Odertal" informierte auf sehr lebendige Weise über Geschichte, Flora und Fauna im unteren Odertal. Wer Lust hatte, konnte anschließend bis zum Abendessen im gut erhaltenen Lenné - Park spazieren gehen. Das Team des Gasthauses "Zur Linde" ludt uns in gemütlicher Atmosphäre zu einem abendlichen Bufet ein. Wir sahen das Theaterstück "Sans, souci" - Ein heiteres Spiel um Leben und Tod Friedrich des Großen. Im intimen Theater der Uckermärkischen Bühnen Schwedt ging der Vorhang auf für ein merkwürdiges Trio: der Tod wartet auf Friedrich II. und will ihn in die Hölle schicken, seine Lieblingsschwester Wilhelmine, die schon 30 Jahre länger tot ist, will genau das verhindern. Widerwillig bekommen die beiden vom Tod die Chance, einige Stationen ihres Lebens noch einmal durchzuspielen. Mit musikalischem Esprit und philosophischen Witzeleien spielen sich alle drei in die Jugendzeit Friedrichs. Kann Friedrich erlöst werden?

Auch bei unserem zweiten Kulturbun(d)ten Ausflug am 03. Oktober blieben wir unserem Motto Kultur - Musik - Natur treu: "Donnerwetter! Tadellos! - Berliner Operette und Revue" Musikalisches Feuerwerk über Berlin! Paul Lincke, Victor Hollaender, Jean Gilbert, Walter Kollo... hier feierten sie Triumphe, Fritzi Massary und Richard Tauber,
hier scheiterten Starlets und machten Direktoren bankrott. Damals wie heute: Höchstes Glück und tiefstes Elend nicht nur in der Operette, sondern auch in der Operettenproduktion. Sie erlebten eine vergnügliche Stadtrundfahrt mit viel "Musike" aus jener Zeit, da man in Berlin Operettengeschichte schrieb.
Ihre Reisebegleiterin war Dr. Susanne Oschmann, die Ihnen Meilensteine dieses untergegangenen Glitzergengres zeigte.
Nach dem Mittagessen im "Marinehaus" - Restaurant & Kneipe direkt am Märkischen Ufer bestand noch die Möglichkeit zu einem gemütlichen Bummel entlang der Spree. Mit einem Schiff der Rederei Riedel schipperten wir bei einer Brückenfahrt durch mehr Brücken, als sie Venedig aufzuweisen hat.

 

Arbeitskreis Konrad Wolf

Der Arbeitskreis Konrad Wolf lud im März gemeinsam mit dem Deutschen Freidenkerverband e. V. Landesverband Berlin und der Projektgruppe Filmretrospektive Konrad Wolf 2012 zum 30. Todestag von Konrad Wolf zu einer Gedenkveranstaltung an die Konrad Wolf Stele, Stadtpark Bernau herzlich ein. Konrad Wolf ist Ehrenbürger der Stadt Bernau. Wir wollen sein Andenken lebendig halten und ehrten ihn an seinem Todestag. Am 07. März 1982 starb der große Regisseur Konrad Wolf im Alter von 56 Jahren. Die Familie Wolf musste 1933 emigrieren und lebte ab 1934 im Moskauer Exil. 1943 meldete sich Konrad Wolf zur Roten Armee. er kehrte als Offizier derselben nach Deutschland zurück und wurde am 22. April 1945 der erste sowjetische Stadtkommandant von Bernau. Es waren seine bitteren Erfahrungen von Faschismus und Krieg, aus denen er seine Filmstoffe bezog und die seine unverrückbare antifaschistische, antimilitaristische Haltung prägten. Zum Gedenken an Konrad Wolf sprach der 1. Vorsitzende des Kulturbundes, Herr Otto Schwabe gedenkende Worte, ein Tondokument mit Konrad Wolfs Stimme war zu hören, ein Gespräch zwischen Konrad Wolf und dem Kameramann Eberhard Geick mit dem Titel "Rot ist eine schöne Farbe" von 1980 wurde vorgetragen, das Lied "Tschapajew" vom Chor Kalinka gesungen und Blumen wurden niedergelegt Mit unserer Veranstaltung im März wollten wir nicht nur des 30. Todestages von Konrad Wolf gedenken, sondern auch der Schriftstellerin Christa Wolf, die im vergangenen Jahr verstarb. Aus diesem Anlass luden wir zur Wiederauführung eines der bedeutendsten Gegenwartsfilme des Regisseurs, zu dem Christa Wolf das Drehbuch schrieb "Der geteilte Himmel", herzlich ein. Als Darsteller sahen wir so bekannte Schauspieler wie Renate Blume, Eberhard Esche, Hilmar Thate, Günther Grabbert und Martin Flörchinger. Den Text sprach Lissy Tempelhof. Auch zu diesem Film hatte Dr. Dieter Wolf (ehemaliger Chefdramaturg der DEFA) uns einleitend Interessantes zu sagen.

Nachdem Sie alle Filme des Regisseurs bereits gesehen haben, wollten wir im Mai drei Filme des Amateurfilmzentrums des Schichtpressstoffwerkes Bernau mit Konrad Wolf und über ihn zeigen. Leider musste die Veranstaltung ausfallen, weil es uns noch nicht gelungen war, die zwei Filme aufzufinden. Damit wir unser Vorhaben zu einem späteren Zeitpunkt verwirklichen können, rufen wir die Bernauer Bürger und Bürgerinnen auf, uns bei der Suche nach den Filmen zu helfen. Es sind dies: "Bernau - zweimal im April" (1975); "Dafür will ich gebraucht werden" (1983)

Im September zeigten wir dann zwei Filme mit und über Konrad Wolf. Es waren dies "Das Debüt - Versuch eines Dialogs" von Studenten der Filmhochschule "Konrad Wolf" Babelsberg unter der Regie von Dietmar Heiduk gedreht und der anläßlich des 25. Todestages von Konrad Wolf in einem Projekt der Stadt Bernau entstandene Film "Spurensuche" in dem Schüler des Paulus Prätorium Gynasiums sich auf den Spuren von Konrad Wolf bewegen.

Freundeskreis Literatur

Die Zirkelabende des Freundeskreises Literatur sind aus dem Leben des Vereins nicht mehr wegzudenken. Bis 2012 geleitet von der Diplom-Bibliothekarin Ursula Römpler, gelingt es immer wieder, aktuelle und klassische deutsche und internationale Literatur zu diskutieren und zu analysieren und so den Freundeskreis zu einer hervorragenden Bildungs- und Kommunikationsstätte für deutsche und internationale Literatur weiter zu entwickeln. Alle Zirkelabende sind öffentlich.

Den Auftakt zu unseren Diskussionen im neuen Jahr bildete der Roman "Die hellen Tage" von Susza Bank. Es ist die bewegende Geschichte dreier Kinder, die den Weg ins Leben finden. "Die hellen Tage" ist ein großes Buch über Freundschaft und Verrat, Liebe und Lüge, über eine Vergangenheit die erst allmählich ihre Geheimnisse enthält.

Im Februar war es ein Roman aus der irischen Provinz - "Bücher auf Rädern" von Ian Sanson. In freudiger Erwartung sieht Israel Armstrong, Londons engagierter Nachwuchsbibliothekar, dem Antritt seiner ersten Arbeitsstelle entgegen - wo ihn die Wirklichkeit eines klapprigen alten Bücherbuses kalt erwischt.

Wir diskutierten im März den Roman "Zaira" von dem rumänischen Autor Catalin Dorian Florescu. In seinem neuen Roman erzählt er die Geschichte von Zaira und einer Jahrhundertreise von Osteuropa bis nach Amerika. Es ist auch die Geschichte einer unmöglichen Liebe, die Jahrzehnte überdauert. Mit großem erzählerischen Atem, farbig und prall, mit einem verblüffenden Schluss entwirft der Roman das Bild einer Epoche voller dramatischer Konflikte.

Der Roman "Candide oder Der Optimismus", mit dem wir uns im April beschäftigten, ist von Voltaire. Wir hatten ihn deshalb ausgewählt, weil Voltaire einige Zeit gute Beziehungen zu Friedrich II. hatte. Optimisten glauben, dass alles gut ist, wie es ist. Candide hat zwar keine Ahnung, aber das will er gerne glauben. Überhaupt glaubt er gerna alles, denn er ist ein fleißiger Schüler. Als er die physikalische Lehre von Ursache und Wirkung an der hübschen Baronstochter Kunigunde ausprobiert, beginnt eine turbulente Irrfahrt durch die Welt.

Zur Diskussion stand im Mai ein eigener sehr kluger Roman der Frau des großen Tolstoi - Sofia Tolstaja. Der kleine Roman "Eine Frage der Schuld" beleuchtet das Verhältnis von Männern und Frauen in allen Facetten.

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Freundeskreis gab es dieses Mal im Juni etwas Besonderes.  "Mein Leben mit Mozart" von Eric- Emanuel Schmitt stand im Mittelpunkt der musikalischen Lesung, die uns von der Bibliothekarin Eva Thiele aus Dresden geboten wurde.

Wir diskutierten im September das Buch "Der Drachenläufer" - Die Geschichte über eine Kindheit in Afghanistan - des afghanisch- amerikanischen Schriftstellers Husseini Khaled.

Neun Monate des Jahres treffen sich die Mitglieder des Freundeskreises und manchmal auch Gäste, um über gelesene Bücher zu diskutieren. Einmal im Jahr jedoch führen wir eine Veranstaltung für alle Literaturinteressierten durch, auch wenn sie selbst nur wenig zum Lesen kommen. Fontanes "Irrungen und Wirrungen" frei erzählt von dem Schauspieler Reimund Groß machte diese Irrungen und Wirrungen einer Gesellschaft, in der das unstandesgemäße Liebesverhältnis zwischen einem Adligen und einer Wäschefrau scheitern muss, über die Sinne erlebbar. Der freie Vortrag und die dramatische Gestaltung der verschiedenen Figuren durch den Schauspieler schafften starke emotionale Identifikationsmöglichkeiten und trugen den Text sehr nah an die Zuschauer heran, die so einen inneren Zugang dazu gewinnen konnten. Außerdem schafften die physische Präsenz und Angreifbarkeit des Erzählers ein ungewöhnliches und konzentriertes Gemeinschaftserlebnis lebendiger Literaturvermittlung.

Christoph Heins Roman "Weisskerns Nachlass" regte uns an diesem Abend im November zu einer interessanten Diskussion an. Es ist dem Autor gelungen, einen filigran gearbeiteten, fein austarierten und listigen Roman vorzulegen, der die Formen realistischen Erzählens neu auslotet.

Auch in diesem Jahr ließen wir in gemütlicher Runde bei kleinen kulinarischen Kostbarkeiten und dem Film "Die Eleganz der Madame Michel" nach dem Roman "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery das Jahr ausklingen.

 

Besondere Höhepunkte

 

Unser Verein - der Niederbarnimer Kulturbund - beweist Jahr für Jahr seine Existenzberechtigung. Dafür legte der

 

Tag des Kulturbundes

 

mit der Jahreshauptversammlung im März wieder ein lebendiges Zeugnis ab. Der Vorstand konnte eine eindrucksvolle Bilanz aufzeigen. So wurde er auch wieder gewählt. Gewürdigt wurden besonders die Leistungen der Bundesfreundin Isolde Schwabe, was von den.Mitgliedern und Freunden mit viel Beifall aufgenommen wurde.

Von der Podiumsdiskussion - Zur Geschichte des Kulturbundes - mit Prof. Dr. Karl - Heinz Schulmeister, langjähriger 1. Bundessekretär und Vizepräsident des Kulturbundes; Prof. Dr. Siegfried Prokop, Historiker; Prof. Dr. Dieter Schiller, Germanist; Andreas Zimmer, Historiker, der seine Diplomarbeit zu den Klubs der Intelligenz in der DDR geschrieben hat, berichtet unser Gast Marga Voigt folgendes:

„Gut, dass Du kommst. So geht das doch nicht!“ – Diese Ausrufe der Erwartung und Erleichterung richteten sich im Sommer 1955 aus einer Strandburg an den Kulturbund-Vorsitzenden Johannes R. Becher, der extra aus Berlin kommend, gerade den Strand von Ahrenshoop erreicht hat. Was war geschehen? Die SED-Bezirksleitung Rostock wollte ein Nacktbadeverbot durchsetzen. Derlei Ansinnen empörte die sich in Ahrenshoop erholenden Kulturbund-Funktionäre und Künstler. Sie drohten mit einer Demonstration. Der Minister für Kultur bat nun höchstpersönlich bei den unnachgiebigen Freunden um Frieden und Einsicht. Ohne Erfolg. Im Gegenteil, Johannes R. Becher telefonierte als Minister mit Berlin und erreichte, dass die Freikörperkultur offiziell in der DDR eingeführt wurde.

Diese hübsche Anekdote gab Prof. Karl Heinz Schulmeister in der Podiumsdiskussion zum Besten, als der Niederbarnimer Kulturbund Bernau anlässlich seines zwanzigjährigen Bestehens zum „Tag des Kulturbundes“ nach Bernau einlud. Im Podium diskutierten neben ihm die Professoren Dieter Schiller und Siegfried Prokop sowie der Historiker Andreas Zimmer die Gründungsgeschichte und Entwicklung des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands.

Den Zeitzeugen und ehemaligen Funktionär Karl Heinz Schulmeister, der als junger Mensch unmittelbar nach dem Krieg von den führenden Antifaschisten, Demokraten und Humanisten des Kulturbundes lernte, Verantwortung für eine kulturelle Erneuerung in Deutschland zu übernehmen, erfreuen die gegenwärtigen Aktivitäten und der Unternehmungsgeist der Bernauer Kulturbund-Freunde.

Vom „Johannes R. Becher Arbeitskreis“ wusste der Wissenschaftler Dieter Schiller lebhaft zu erzählen und dass der Dichter immer das ganze Deutschland im Blick hatte. Becher ging es um den Dialog der politischen Klasse mit der Bevölkerung und in diesem Sinn sei der Kulturbund des Ministers größtes „Werk“ gewesen.

Andreas Zimmer fand nach der Wende durch alte Akten aus dem Keller eines „Klubs der Intelligenz“ Zugang zu seinen Studien zum Kulturbund. In diesem Jahr wird er eine Promotion über den Kulturbund abschließen.

Nachdem Prof. Siegfried Prokop die bisher in einer Reihe erschienenen Bände zur Geschichte des Kulturbundes vorstellte und die Veröffentlichung der aufschlussreichen Protokolle der ersten Jahre des Kulturbund-Präsidialrates ankündigte, kamen die Herren im Podium mit den Bernauer Kulturbund-Aktivisten im Vereinssaal sehr schnell ins Gespräch.

Dabei standen die Anfänge des Bemühens um ein lebendiges Kultur- und Vereinsleben in einem demokratischen Deutschland wie die Herausgabe und Lektüre beeindruckender Nachkriegsliteratur zur Debatte. Zur Sprache kamen ebenso Erinnerungen und Berichte aus dem eigenen Vereinsleben im Land Brandenburg. Der anwesende Kulturbund-Geschäftsführer Dieter Zänker und die Germanistin Leonore Krenzlin konnten bei Fragen zum Schicksal des Aufbauverlages und zu besonderen Buchausgaben von Ehm Welk gleich Rede und Antwort stehen. Diesen gelungenen Nachmittag beschloss ein Blumengruß der Veranstalter an die Mitwirkenden.

Mit diesem kleinen Bericht möchte ich meinerseits den Veranstaltern und dem Ehepaar Isolde und Otto Schwabe danken.

Da der

Tag der Vereine

im vorigen Jahr eine gute Resonanz bei den Bernauer Bürgern und Besuchern aus den umliegenden Orten fand, gab es in diesem August auf dem Steintorplatz wieder einen solchen und natürlich waren wir mit unserem Verein wieder dabei. Die aktualisierte Power Point - Präsentation bot allen Besuchern die Gelegenheit, sich über unsere Aktivitäten zu informieren und sich so aus dem vielfältigen Angebot des Vereins das auszuwählen, was sie besonders interessiert.

Weltfriedenstag 01. September

Auch in diesem Jahr wollten wir den Tag nutzen, an die schrecklichen Jahre des 2. Weltkrieges und seine Opfer zu erinnern. Wi wollten jedoch auch aufrufen, sich gegen alle Kriege und ein weiteres Blutvergießen sowie gegen rechte Gewalt zu wenden. Mit ihrem Programm "Der einfache Frieden" las eine der bekanntesten Autorinnen der DDR Gisela Steineckert davon, dass der Frieden in den letzten Jahren selten so gefährdet war wie heute, politisch, sozial und in der Seele. Gisela Steineckert schaute den Leuten ins Herz und in die Seele und sprah mit ihrer unverwechselbaren Art von Sorgen, Nöten, Beschwernissen, aber auch Freuden und aufwühlenden Momenten des Lebens. Sie möchte die Menschen nicht trauriger stimmen, sondern hofft, sie gehen gestärkt zurück in ihr eigenes Leben. In diesen Zeiten bedeutet es viel, sich zu treffen und einander zu verstehen. Sie bekundeten mit Ihrer Teilnahme, dass auch Sie an der Erhaltung des Friedens mitwirken wollen.

"Bernau in Königsblau" - Allerlei Theater um Friedrich den Großen

Unter diesem Motto der diesjährigen

13. Lesewoche (bis2010 Lesenacht)

die wieder viele Kulturträger der Stadt im November gemeinsam gestalteten, beteiligten wir uns mit dem Programm

"Friedrich der II. - der Große! und der Müller von Sanssouci",

das ursprünglich eigentlich 1995 fürs Radio erfunden wurde, aber schnell ein Eigenleben auch auf der Bühne entwickelt hat.

Ein anachronistischer Widerstreit mit historischen Figuren und heutigen Themen. So viel Spaß hat Preußen noch nie gemacht! Die Karikatur einer Symbiose, die es natürlich so nicht geben konnte. Einer ist des anderen bester Feind; da logierte die Schadenfreude, Mutterwitz paarte sich mit Weisheit, und die beiden Nachbarn sind über den Gartenzaun nicht eben zimperlich - aber sie brauchen einander. Wer Preußentümelei erwartete war hier falsch, obwohl die Künstler sich gängiger Klischees bedienten. Vorsicht Satire! Sie erlebten einen amüsanten Nachmittag mit Andreas Flügge als Müller Grävenitz und André Nicke als König.

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